Organisation
Durchführung und Zeitrahmen
Bei unserem Selbstmanagement-Training für Jugendliche hat sich bisher eine sequentielle Durchführung bewährt. die Kursphasen können somit auch gut in den Schulalltag integriert werden. Im Gegensatz zu durchgehenden (Kompakt-)Kursen besteht bei wöchentlichen Phasen die Möglichkeit, da im Kurs Gelernte bereits anzuwenden und erste Erfahrungen mit seinen Ressourcen zu sammeln. Kompaktkurse eignen sich hingegen für Projekt- und Spezialwochen in- und ausserhalb des schulischen und berufsbildnerischen Bereiches sehr gut, so auch in Heimen oder in der Jugendpsychiatrie.
In der Arbeit mit Jugendlichen variiert der erforderliche Zeitbedarf vor allem in Abhängigkeit mit der Zahl der Teilnehmenden. Bei kompakter Durchführung dauert das Training etwa drei Tage mit jeweils sieben Stunden Arbeitszeit, eine eintägige Follow-up-Veranstaltung ist auch hier zu empfehlen. Ein grosszügiger Zeitrahmen empfiehlt sich in diesem kompatken Kurssetting, so dass die Möglichkeit besteht für Live-Erfahrungen und Übungen. Bei sequentieller Durchführung sind sieben bis acht Halbtage (inkl. Vorkurs und Follow-up-Kurs) zu je drei Stunden Arbeitszeit vorgesehen. Der Abstand kann zwischen wenigen Tagen und zwei Wochen liegen.
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TeilnehmerInnenzahl und -voraussetzung
6 bis 20 Jugendliche. Je nach Gruppenvoraussetzung und Kursgrösse wird der Kurs von einer oder von zwei TrainerInnen geleitet. Mittels Mediatoren-Konzept, bei dem speziell dafür ausgebildete Jugendliche Coachingaufgaben in der Gruppe übernehmen kann die Trainingsleitung entlastet werden, so dass dann ein/e LeiterIn im Allgemeinen genügt.
In Erwägung zu ziehen ist auch, Mädchen und Jungen zu trennen, entweder für den ganzen Kurs oder für einzelne Sequenzen wie zum Beispiel während der Körperarbeit (Erstellen einer zieladäquaten Körperverfassung).
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Vorkurs
Der Einstieg ist ein wichtiger Moment im gesamten Training. Im Vorkurs werden zwei Ziele verfolgt: Zum einen geht es darum, Orientierung zu bieten und mit den Jugendlichen in Kontakt zu treten. Sie erhalten eine Übersicht zum Kurs und erste Informationen über die Trainingsziele. Ferner werden gruppendynamische Fähigkeiten und Defizite thematisiert und eine schriftliche Vereinbarung bzw. konkrete Abmachungen für die Kurszeit getroffen. Zum anderen erfolgt hier der erste Schritt in die inhaltliche Arbeit: Mittels Themenspeicher werden die Jugendlichen für Situationen sensibilisiert, in denen sie unter Druck geraten, sich überfordert fühlen und gerne alternative Handlungsweisen entwickeln würden.
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Follow-up-Kurse zur weiteren Transfersicherung
Ein langfristiger Erfolg von Kompetenztrainings ist erst dann gewährleistet, wenn neue Handlungsweisen wiederholt werden. Hierzu werden die im Schutzraum der Trainingsgruppe eingeübten neuen Verhaltensweisen im Alltag erprobt, Vorkehrungen zur Transfersicherung werden sowohl während des Trainings (Logbuch-Arbeit, Nutzen der sozialen Ressourcen in der Gruppe) als auch beim Übergang vom Training in den Alltag ergriffen. Darum ist ein Folgetag, in dem Erfahrungen ausgetauscht, die persönlichen Ressourcen überprüft, Fragen geklärt und weitere Rollenspiele erprobt werden können, zu empfehlen, der bereits wenige Wochen nach Beendigung des Trainings stattfinden sollte. Denn sichtbare Erfolgserlebnisse und Unterstützung bei der Umsetzung des Zieles in Handlung sind in der «ZRM®»-Arbeit mit Jugendlichen äusserst wichtig, wenn die Motivation zur Weiterarbeit an sich selber aufrecht erhalten werden soll.
Ideal ist natürlich, wenn auch die Lehrkraft bzw. der professionelle Coach, der mit den Jugendlichen (täglich) zusammenarbeitet, die Transfersicherung begleiten kann und im Verlaufe des pädagogisch-psychologischen Alltags immer wieder einzelne Trainingselemente aufgreifen kann.
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Mediatoren
Die Idee unseres Mediatoren-Konzeptes ist ebenso einfach wie effektiv: Vor dem Training werden aufgrund von Soziogrammen sozial gut vernetzte und beliebte Jugendliche bestimmt, die bereit sind, ihre KollegInnen während des Trainings zu coachen. Diese Mediatoren werden eine Woche vor Trainingsbeginn während zwei Stunden instruiert, nämlich wie sie ihre Peers coachen können und worauf sie inhaltlich besonders achten sollen. So können Mediatoren beispielsweise in den Plenumsrunden darauf achten, dass allgemeine Bemerkungen sowie Assoziationen, die geäussert werden, ressourcenorientiert bleiben.
Denkbar ist es zudem, sich mit den Mediatoren jeweils zwischen den einzelnen Kurssequenzen zu treffen, um sie für den weiteren Trainingsverlauf zu sensibilisieren. Mit den Mediatoren (oder etwa einer eigens dafür eingesetzten Steuergruppe von interessierten Jugendlichen) kann neben den wichtigsten Kursinhalten auch eine den Jugendlichen angepasste Kurssprache entwickelt werden, die zur jeweiligen Gruppe passt. Denn sprachliche Gepflogenheiten unter Jugendlichen variieren stark nach Subgruppen und sind schnell wechselnden Modeströmungen unterworfen, weshalb wir darauf verzichteten, die einzelnen Kurselemente mit einer jugendtypischen Sprache zu versehen. Im Wissen darum, bei der verwendeten Kurssprache die Lebenswelt der Jugendlichen zu beachten, werden darum Äusserungen und Anregungen der Mediatoren/Steuergruppe und der Teilnehmenden aufgegriffen und ins Kursgeschehen integriert.